Edeldistel  

Staude des Jahres 2019

 

Edel und trotzdem Distel. Die gegensätzliche deutsche Namensgebung zweier Gattungen ist dennoch berechtigt.

Das oftmals stachelige Laub, entweder unterseits silbrig schimmernd, leuchtend silbern gezeichnet, oder einfach nur grün bis ins bläuliche, zeichnen die Pflanzen aus.
Die Blütenköpfe, je nach Gattung und Art, zylindrisch oder rund, sind entweder silbrig-grau oder stahlblau. Sie zieren die Pflanze im Sommer über viele Monate hinweg.
Ist die Pflanze verblüht, schmückt sie noch mit ihrem Samenstand den Garten und selbst im Winter, mit Raureif oder Schnee bedeckt, bietet sie ein bezauberndes Bild und gibt dem Garten Struktur.

Edeldisteln besitzen gleich mehrere Vorteile und sollten in keinem Staudenbeet fehlen, sofern die passenden Standortansprüche gegeben sind.

So sind die Pflanzen wahre Insektenmagnete. Bienen, Hummeln und Falter tummeln sich in den Sommermonaten in großer Anzahl auf ihren Blüten.

Die Stauden sind langlebig, ohne viel Ansprüche zu stellen. Um kompakte und standfeste Pflanzen zu haben, brauchen sie magere und trockene, tiefgründige Böden, in sonniger, gerne auch heißer Lage. Ist der Boden zu feucht und gut mit Nährstoffen versorgt, kippen sie schnell um.

Zu guter Letzt eignen sich die Blüten hervorragen für den Schnitt. Frisch oder getrocknet lassen sie sich wunderbar für naturnahe Sträuße verwenden. Soll die Farbe auch im getrockneten Zustand erhalten bleiben, muss der Schnitt erfolgen, bevor die Blüten sich geöffnet haben.

 

Botanisch gesehen gibt es zwei Gattungen. So zählen sowohl Echinops (Kugeldistel), als auch Eryngium (Mannstreu) mit ihren unterschiedlichen Arten und Sorten zu den Edeldisteln.

Die kugelförmigen Blütenköpfe von Echinops blühen von Juli bis in den September hinein, Sortenabhängig, in grauweiß oder unterschiedlichen Blautönen.  Sie können dabei eine Höhe von bis zu 1,20 m erreichen, wobei die Blüten immer deutlich, also bis zu 20 cm über dem Laub stehen.                                                                                                                          
Wirkungsvoll in Gruppen gepflanzt, eignen sie sich sowohl für die Staudenrabatte als auch für naturnahe Gärten. Kombinieren lassen sie sich wunderbar mit Stauden, die den gleichen Standortanspruch haben. Hierfür eignen sich Gaura (Steppenkerze), blaublättrige Panicum (blaue Rutenhirse), Verbena (Eisenkraut), Gysophila paniculata (hohes Schleierkraut), Sedum telephium (hohe Fetthenee) und viele mehr.

Bezeichnend für Eryngium (Mannstreu) ist das dekorative Laub und die typischen Distelblüten.
Umgeben von dornigen Hüllblättern, die die Blüte wie ein Kragen umgeben, erscheinen von Juli bis August die kugeligen bis zylindrisch geformten Blütenköpfe. Je nach Art und Sorte nimmt der „Kragen“ die Farbe der Blüten an und lässt diese umso intensiver wirken.
Das oftmals stachelige Laub variiert von grün bis hin zu blau Tönen und ist silbrig gezeichnet. Die verschieden stark ausgeprägte Zeichnung ist Sortenabhängig. Je nach Art werden die Pflanzen unterschiedlich verwendet.

Eryngium agavifolium und Eryngium yuccifolium eignen sich als Solitärstaude für naturnahe Gärten oder in einem Kiesbeet. Die niedriger wachsenden Arten hingegen können wirkungsvoll in Gruppen gepflanzt werden und eignen sich ebenfalls wunderbar für das Kiesbeet oder für die gemischte Staudenrabatte. Kombinieren lassen sie sich mit Euphorbia seguieriana ssp. niciciana (Steppen-Wolfsmilch), Agastache rugosa (Garten-Duft-Nessel), Echinacea purpurea (roter Sonnenhut), Salvia nemorosa (Steppen-Salbei) und vielen Stauden mehr, die die gleichen Bodenanspüche haben.